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    Greta-Effekt: Welchen Einfluss die Klimaaktivistin auf das Recruiting hat

    Über kaum eine Person wurde im vergangenen Jahr so viel berichtet wie über die 17-jährige Greta Thunberg. Die Frontfrau der Fridays-for-Future-Bewegung hat ihre Botschaft fest in unseren Köpfen platziert: Wenn es um die Rettung des Klimas geht, stehen die Zeiger auf fünf vor zwölf. Dieser sogenannte Greta-Effekt ist inzwischen auch im Recruiting spürbar.

    Generation Z hinterfragt den grünen Fußabdruck von Arbeitgebern kritisch

    Ganz neu ist es nicht, dass Talente ein Augenmerk darauf legen, wie grün der Fußabdruck ist, den ihr Brötchengeber der Welt aufdrückt. Die Medien- und Konsumforscher Nielsen belegten schon im Jahr 2014 mit der Studie „Corporate Social Responsibility“: Nachhaltigkeit rockt. Bereits vor sechs Jahren wollten mehr als 40 Prozent der Befragten lieber für ein Unternehmen arbeiten, das Verantwortung für die Gesellschaft und die Umwelt übernimmt.

    Dass es sich dabei keinesfalls um ein Lippenbekenntnis handelte, zeigte sich spätestens, als drei Jahre später das ganze Ausmaß des Dieselskandals im Hause VW ans Licht kam. Die komplette Autoindustrie verlor innerhalb eines Jahres einen großen Teil ihrer potenziellen Bewerber, wie das Schülerbarometer von Trendence belegte.

    Greta-Effekt: Was ist das?

    Die Zeichen im Recruiting stehen also schon eine ganze Weile auf grün. Die Aktionen der jugendliche Klima-Aktivistin Greta Thunberg ließen den Umweltbewusstseins-Pegel aber noch einmal mehr ausschlagen. Hinter Greta stehen Millionen Millenials und Vertreter der Generation Z. Ihre Sympathie zu dem Mädchen mit den Zöpfen geht so weit, dass sie sogar schon ein eigenes Label hat: Greta-Effekt.

    Klar: Dieses Umweltbewusstsein legen Greta-Anhänger natürlich nicht ab, sobald sie auf Jobsuche gehen oder als Arbeitnehmer die Schwelle ihres Arbeitgebers überschreiten. Im Gegenteil müssen sich Arbeitgeber immer stärker an dieser steigenden ökologischen Erwartungshaltung messen lassen, wie die Auswertung „Jobsuchen des Jahres 2019“ der Online-Jobplattform StepStone belegt.

    Greta-Effekt ist im Recruiting angekommen

    Nie zuvor gaben Jobsuchende Schlagwörter wie „Umwelt“, „Klimaschutz“, „Sustainability“ und „Nachhaltigkeit“ häufiger ein als 2019. Binnen eines Jahres hat sich dieser Wert verdoppelt. Für einen umweltfreundlichen Beruf würde mancher sogar ein niedrigeres Gehalt in Kauf nehmen. Vorstellen könnte sich das knapp die Hälfte der Arbeitnehmer. Und immerhin 21 Prozent würden das auch konsequent durchziehen, wie aus einer Umfrage von Gehalt.de hervorgeht.

    Das müssen sie unter Umständen aber gar nicht. Denn jetzt, da grün so hip ist, bewegt sich auch arbeitgeberseitig eine ganze Menge. Viele Betriebe denken um: die Logistikbranche etwa. Inzwischen fragen sich viele Transportunternehmen: Wie werde ich grüner? Chancen bietet die Digitalisierung, wie bei den Kollegen von Channelpartner nachzulesen ist: „Elektronische Buchführung ohne Papierverbrauch oder die digitale Überwachung der Transport-Performance sind smarte Ansätze, um logistische Abläufe auch längerfristig nachhaltiger zu gestalten“, heißt es hier. „Gerade die Regulierung und Steuerung der Warenströme, zum Beispiel per Transportmittel-Tracking und der anschließenden Vermittlung an IT-Systeme garantiert einen reibungslosen Logistikkreislauf. Dabei besteht die Chance, Gütermengen besser aufzuteilen oder zu bündeln.“ So könnte der CO2-Ausstoß auf Dauer reduziert werden.

    Achtung, bitte kein Greenwashing

    Grüne Erfolgsgeschichten wie diese dürften Talente zum Strahlen bringen. Allerdings muss der Arbeitgeber dann auch halten, was er verspricht. Ansonsten wird er sich den Vorwurf des Greenwashings gefallen lassen müssen. Damit sind Strategien gemeint, mit denen sich Unternehmen durch die gezielte Verbreitung geschönter Informationen ein grünes Image aufbauen.

    In der Regel sind die ökologischen Bemühungen, mit denen sich ein Arbeitgeber in diesem Zusammenhang schmückt, sogar real. Sie werden in der Kommunikation mit Bewerbern, Kunden oder Geschäftspartnern allerdings überbetont, um vom eigentlichen Kerngeschäft abzulenken, das so gar nicht umweltfreundlich ist.

    Auf Corpwatch finden sich dazu einige Beispiele:

    • BP, der zweitgrößte Ölkonzern der Welt, wollte sich vor ein paar Jahren ein neues Image verpassen und bewarb sich als Unternehmen, das die Welt in ein neues Brennstoff-Zeitalter führen würde – „beyond Petroleum“. Das begründete der Player mit dem Kauf des größten Solarenergiekonzerns der Welt. Was bei den Konsumenten ankam: BP verdient sein Geld künftig mit Windrädern. Die Wahrheit: BP machte weiterhin über 90 Prozent seines Umsatzes mit fossilen Brennstoffen.
    • Konkurrent Shell setzte derweil auf den cleveren, aber irreführende Slogan „Profits or Principles“. Auch Shell spielte damit auf die Investition in erneuerbare Energiequellen an und suggerierte, dass der Konzern zugunsten der Umwelt sogar auf Profit verzichtet. Das stimmte so keineswegs: Shell gab gerade einmal 0,6 Prozent seiner jährlichen Investitionen für erneuerbare Energien aus.

    So kommen Talente Greenwashern auf die Schliche

    In beiden Fällen flog der Schwindel auf. Doch auch, wenn Greenwashing subtiler betrieben wird: Weder Konsumenten noch Talente sind auf den Kopf gefallen. Es gibt ein paar Anhaltspunkte, mit denen sie Greenwasher leicht auf die Schliche kommen:

    • Sprache: Unternehmen, die sich reinwaschen wollen, werfen meist mit Begriffen wie umweltfreundlich und ökologisch um sich. Wer aber Näheres erfahren will, wird auf den Webseiten keine vertiefenden Informationen über die Umweltaktionen finden.
    • Oft verwenden Greenwashing-Unternehmen Bildmaterial, bei dem die Natur im Vordergrund steht: Satte grüne Wiesen und intakte Landschaften.
    • So manches Unternehmen setzt auch auf selbst erfundene Umweltlabels statt auf unabhängige Zertifizierungen. Was dahintersteckt, lässt sich mit einer kurzen Internetrecherche schnell klären.
    • Viele Unternehmen nutzen auf einen unverständlichen Fachjargon oder erfinden Fachbegriffe selbst, um ihre Produkte grüner erscheinen zu lassen, als sie sind. Auch hier weiß Google Rat.

    Fazit: Kleine Schritte führen zum Erfolg

    Fazit: Greenwashing lohnt sich nicht. Fliegt der Schwindel auf, ist der Imageschaden Programm – und zwar bei Verbrauchern, Partnern und Bewerbern. Soweit müssen Unternehmen auch gar nicht gehen, um Konsumenten bei Laune zu halten oder um im War for Talents umweltbewusste Arbeitnehmer zu begeistern.

    Letzteren ist von vornherein klar, dass sich nicht jeder Arbeitgeber von Natur aus in einer ökologischen Nische bewegt. Aber jeder Arbeitgeber kann innerhalb seiner Möglichkeiten aktiv zum Umweltschutz beitragen: durch den Verzicht auf Papier, das Angebot ökologischer Speisen in der Kantine, den bewussten Einsatz energiesparender Geräte, dem Umstieg auf E-Autos in der eigenen Fahrzeugflotte, die Möglichkeit zur Arbeit im Home-Office, um das berufliche Pendeln zu reduzieren oder mit dem Angebot eines Jobtickets. Man muss nur ein bisschen kreativ werden. Aber: Sich mit fremden Federn zu schmücken, steht keinem Unternehmen.